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Willkommen auf der Homepage der Gedenkstätte für Opfer der NS-"Euthanasie" Bernburg

Auf dem Gelände des heutigen Fachklinikums Bernburg befand sich ab 1940 eine der sechs zentralen „Euthanasie“-Anstalten in denen Menschen mit Gas getötet wurden. Rund 14.000 Patientinnen und Patienten aus Heil-und Pflegeanstalten sowie Häftlinge aus den Konzentrationslagern Buchenwald, Flossenbürg, Groß-Rosen, Neuengamme, Ravensbrück und Sachsenhausen starben allein in Bernburg. Im Spätsommer 1943 wurde die „Euthanasie“-Anstalt Bernburg geschlossen. Die baulichen Überreste der Vernichtungsanlage blieben zum Teil erhalten, darunter die Gaskammer.

 

Mittlerweile ist die Gedenkstätte ein Ort, an dem die Geschichten der Vergangenheit auf die Fragen der Gegenwart  treffen. In Räumen, die früher zur Tötungsanstalt gehört haben, wird heute erinnert, gelernt und geforscht.

Aktuelles

Titelbild des Rundbriefs 1/2020

Rundbrief 1/2020 der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt ist online erschienen

Die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt gibt zwei Mal jährlich den Rundbrief "Erinnern! Aufgabe, Chance, Erinnerung" heraus, der sich...

Stellungnahme von Gedenkstätten zur Erinnerung an die nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen

13. Juli 2020

 

Warum wir die Diskussionen über die intensivmedizinische Versorgung von Senior*innen sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder Behinderungen (Stichwort: Triage) in der Corona-Pandemie mit Sorge betrachten.

 

Die unterzeichnenden Gedenkstätten zur Erinnerung an die nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen erinnern an Abwertung, Ausgrenzung und Ermordung von Menschen im Nationalsozialismus. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Vermittlung der Geschichte dieser (Medizin-) Verbrechen. Ausgehend von diesem historischen Kontext, setzen wir uns in pädagogischen Programmen und Veranstaltungen aber auch mit aktuellen medizin-ethischen Fragen auseinander. Vor diesem Hintergrund betrachten wir die Diskussionen über die intensivmedizinische Versorgung von Senior*innen sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder Behinderungen (Stichwort: Triage) in der Corona-Pandemie mit Sorge.

 

Wir sehen die Gefahr, dass die genannten Gruppen bei einer Überlastung des Gesundheitssystems von der intensivmedizinischen Versorgung ausgeschlossen werden könnten. Medizinische Fachgesellschaften haben Empfehlungen für die Vergabe von Behandlungsplätzen in einer Situation, in der es mehr Patient*innen als Intensivbetten gibt, veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem, dass Ärzt*innen sich an Kriterien wie z. B. „weit fortgeschrittene neurologische Erkrankung“ oder „Gebrechlichkeit“ orientieren sollen.

 

Noch haben wir in Deutschland keine derartige Notsituation; umso wichtiger ist es, jetzt gesellschaftlich breit und ohne Zeitdruck die ethischen, medizinischen und juristischen Implikationen von Triage-Entscheidungen zu diskutieren. Auch der Deutsche Bundestag sollte sich dieser Diskussion annehmen und abwägen, ob die Empfehlungen der Fachgesellschaften handlungsleitend sein können. Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen müssen an den Beratungen zu diesem Thema beteiligt werden.

 

Es ist wichtig, Regelungen zu verabschieden, die eine diskriminierungsfreie Zuteilung von intensivmedizinischer Versorgung in einer Krisensituation gewähren und so die Rechte und die Würde jedes einzelnen Menschen sicherstellen. Die Festlegung von Regelungen für Triage-Entscheidungen kann nicht ausschließlich der Medizin überlassen werden.

 

Zu den Unterzeichnenden gehören:

- Gedenkstätte Bernburg

- Gedenkstätten Brandenburg an der Havel

- Gedenkstätte Hadamar

- Stiftung Sächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein

- Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim

 

Der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim unterstützt als österreichische Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie die Initiative der deutschen Kolleginnen und Kollegen.

 

 

 

Umbau der Sanitärbereiche für Besucher*innen

Ab dem 6. Juli 2020 werden die Sanitärbereiche der Gedenkstätte im Zeitraum von acht Wochen renoviert und erweitert.

Trotz dieser Arbeiten haben wir weiterhin für Besucher*innen zu den üblichen Zeiten geöffnet. Es wird allerdings nur ein Sanitärbereich nutzbar sein und es ab und an etwas lauter werden.

Wir bitten um Ihr Verständnis!

Wiedereröffnung der Gedenkstätte Bernburg

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass die Gedenkstätte Bernburg ab dem 2. Juni 2020 wieder von Dienstag bis Freitag von 9.00 bis 16.00Uhr für Besucher*innen öffnet. Neben der Dauerausstellung "Die Vernichtung der ´Unbrauchbaren`" können auch die historischen Räume besichtigt werden. Führungen, Projekttage und Veranstaltungen werden aber vorerst noch nicht angeboten.

Bedingt durch die derzeitig geltenden Abstands- und Hygieneregeln sowie Bestimmungen des Fachklinikums gelten beim Besuch der Gedenkstätte vorübergehend ein paar Einschränkungen. Mehr dazu hier.

Bei Fragen können Sie uns auch gern direkt per Telefon unter 03471 319816 oder per Mail unter info-bernburg(at)erinnern.org kontaktieren.

Bekanntgabe der Stipendiatinnen und Stipendiaten für das HEIMATSTIPENDIUM #2

Die Entscheidung für das #HEIMATSTIPENDIUM #2 der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt ist gefallen! Daher Glückwünsche an alle zehn ausgewählten Künstler*innen!

Für die Gedenkstätte Bernburg hat sich Mareen Alburg Duncker gegen ihre Mitbewerber*innen durchgesetzt. Wir freuen uns darauf, ihr bei ihrer Arbeit zur Seite zu stehen und sind schon gespannt auf ihr Projekt. Mehr zu ihren Plänen und den anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten finden Sie hier: http://heimatstipendium.kunststiftung-sachsen-anhalt.de/

Neues pädagogisches Angebot für Jugendliche

Neben den bisherigen Mappen zu Zwangssterilisation, NS-„Euthanasie“, sowie Biografien von Opfern und Täter*innen der „Euthanasie“-Anstalt Bernburg steht nun für Projekttage auch das Thema „Sonderbehandlung 14f13“ zur Auswahl. Neben allgemeinen Informationen enthält die Mappe Aussagen von Täter*innen und die Kurzbiografie eines Opfers. Jugendliche können sich so selbstständig mit einem eher wenig bekannten Thema befassen und bekommen einen weiteren Eindruck davon, dass nationalsozialistische Verbrechen auch direkt in der Region stattfanden.

Im Zuge der sogenannten Sonderbehandlung 14f13 wurden KZ-Häftlinge in den "Euthanasie"-Anstalten Hartheim bei Alkoven, Pirna - Sonnenstein und Bernburg ermordet. Allein in Bernburg starben rund 4500 Frauen und Männer aus den Konzentrationslagern Buchenwald, Flossenbürg, Groß-Rosen, Neuengamme, Ravensbrück und Sachsenhausen.

Förderung von Gedenkstättenfahrten in Sachsen-Anhalt

Ab dem Jahr 2019 haben sich die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt auf die dauerhafte Förderung von Gedenkstättenfahrten im Land geeinigt. Für Schulklassen werden auch künftig die Fahrtkosten zu 100 Prozent übernommen. Die Förderung muss allerdings mindestens sechs Wochen vor dem Besuch bei der Landeszentrale für politische Bildung beantragt werden.

Alle wichtigen Informationen finden Sie auf der Homepage der Landeszentrale. Der Ansprechpartner der lpb für Schulen ist René Ecks, der telefonisch unter 0391/567 64 55 oder per E-Mail: rene.ecks(at)sachsen-anhalt.de zu erreichen ist.