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Willkommen auf der Homepage der Gedenkstätte für Opfer der NS-"Euthanasie" Bernburg

Auf dem Gelände des heutigen Fachklinikums Bernburg befand sich ab 1940 eine der sechs zentralen „Euthanasie“-Anstalten in denen Menschen mit Gas getötet wurden. Rund 14.000 Patientinnen und Patienten aus Heil-und Pflegeanstalten sowie Häftlinge aus den Konzentrationslagern Buchenwald, Flossenbürg, Groß-Rosen, Neuengamme, Ravensbrück und Sachsenhausen starben allein in Bernburg. Im Spätsommer 1943 wurde die „Euthanasie“-Anstalt Bernburg geschlossen. Die baulichen Überreste der Vernichtungsanlage blieben zum Teil erhalten, darunter die Gaskammer.

 

Mittlerweile ist die Gedenkstätte ein Ort, an dem die Geschichten der Vergangenheit auf die Fragen der Gegenwart  treffen. In Räumen, die früher zur Tötungsanstalt gehört haben, wird heute erinnert, gelernt und geforscht.

Aktuelles

Filmplakat

Gedenkstätte Bernburg: Filmvorführung "Freistaat Mittelpunkt" im Luchskino Halle

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden auf Grundlage des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli 1933 rund 350.000 Menschen...

Cover Sperk

Neue Publikation in der wissenschaftlichen Reihe der Stiftung

Alexander Sperk: Die Geheime Staatspolizei in Anhalt. Personal, Lageberichte, Verfolgte | Wissenschaftliche Reihe der Stiftung Gedenkstätten...

Digitale Alternative zum analogen Gedenkstättenbesuch

Auf Anfrage bieten wir nun auch digitale Veranstaltungen an. Je nach zeitlichem Rahmen reicht unser Angebot von Vorlesungen bis hin zu dreistündigen Seminaren, in denen wir die Geschichte der Zwangssterilisation und NS-„Euthanasie“ in den Fokus rücken und natürlich auch den historischen Ort vorstellen.

Unser kostenfreies Angebot wird individuell an die Zielgruppe (Mindestalter 15 Jahre) angepasst. Eine vorherige Absprache über die zur Verfügung stehende Zeit und die technischen Rahmenbedingungen sind allerdings Voraussetzung.

Für Anfragen stehen wir gern unter info-bernburg(at)erinnern.org zur Verfügung!

Ein Schritt weiter in Sachen Barrierearmut!

Im September 2020 berichtete der MDR über dieses großartige Projekt. Nun sind die Ausstellungskataloge in Leichter Sprache quasi druckfrisch an die Gedenkstätte geliefert worden und auf Anfrage kostenlos erhältlich.

Der Katalog entstand in Zusammenarbeit mit dem Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe Mansfelder Land e.V.

Finanziert wurde das Projekt durch den Landesaktionsplan "einfach machen-Unser Weg in eine inklusive Gesellschaft" der Landesregierung Sachsen-Anhalt und dem Förderverein der Gedenkstätte für die Opfer der NS-"Euthanasie" e.V.

  

Stellungnahme von Gedenkstätten zur Erinnerung an die nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen

13. Juli 2020

 

Warum wir die Diskussionen über die intensivmedizinische Versorgung von Senior*innen sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder Behinderungen (Stichwort: Triage) in der Corona-Pandemie mit Sorge betrachten.

 

Die unterzeichnenden Gedenkstätten zur Erinnerung an die nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen erinnern an Abwertung, Ausgrenzung und Ermordung von Menschen im Nationalsozialismus. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Vermittlung der Geschichte dieser (Medizin-) Verbrechen. Ausgehend von diesem historischen Kontext, setzen wir uns in pädagogischen Programmen und Veranstaltungen aber auch mit aktuellen medizin-ethischen Fragen auseinander. Vor diesem Hintergrund betrachten wir die Diskussionen über die intensivmedizinische Versorgung von Senior*innen sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder Behinderungen (Stichwort: Triage) in der Corona-Pandemie mit Sorge.

 

Wir sehen die Gefahr, dass die genannten Gruppen bei einer Überlastung des Gesundheitssystems von der intensivmedizinischen Versorgung ausgeschlossen werden könnten. Medizinische Fachgesellschaften haben Empfehlungen für die Vergabe von Behandlungsplätzen in einer Situation, in der es mehr Patient*innen als Intensivbetten gibt, veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem, dass Ärzt*innen sich an Kriterien wie z. B. „weit fortgeschrittene neurologische Erkrankung“ oder „Gebrechlichkeit“ orientieren sollen.

 

Noch haben wir in Deutschland keine derartige Notsituation; umso wichtiger ist es, jetzt gesellschaftlich breit und ohne Zeitdruck die ethischen, medizinischen und juristischen Implikationen von Triage-Entscheidungen zu diskutieren. Auch der Deutsche Bundestag sollte sich dieser Diskussion annehmen und abwägen, ob die Empfehlungen der Fachgesellschaften handlungsleitend sein können. Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen müssen an den Beratungen zu diesem Thema beteiligt werden.

 

Es ist wichtig, Regelungen zu verabschieden, die eine diskriminierungsfreie Zuteilung von intensivmedizinischer Versorgung in einer Krisensituation gewähren und so die Rechte und die Würde jedes einzelnen Menschen sicherstellen. Die Festlegung von Regelungen für Triage-Entscheidungen kann nicht ausschließlich der Medizin überlassen werden.

 

Zu den Unterzeichnenden gehören:

- Gedenkstätte Bernburg

- Gedenkstätten Brandenburg an der Havel

- Gedenkstätte Hadamar

- Stiftung Sächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein

- Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim

 

Der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim unterstützt als österreichische Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie die Initiative der deutschen Kolleginnen und Kollegen.

 

 

 

Förderung von Gedenkstättenfahrten in Sachsen-Anhalt

Ab dem Jahr 2019 haben sich die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt auf die dauerhafte Förderung von Gedenkstättenfahrten im Land geeinigt. Für Schulklassen werden auch künftig die Fahrtkosten zu 100 Prozent übernommen. Die Förderung muss allerdings mindestens sechs Wochen vor dem Besuch bei der Landeszentrale für politische Bildung beantragt werden.

Alle wichtigen Informationen finden Sie auf der Homepage der Landeszentrale. Der Ansprechpartner der lpb für Schulen ist René Ecks, der telefonisch unter 0391/567 64 55 oder per E-Mail: rene.ecks(at)sachsen-anhalt.de zu erreichen ist.