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Willkommen auf der Homepage der Gedenkstätte für Opfer der NS-"Euthanasie" Bernburg

Auf dem Gelände des heutigen Fachklinikums Bernburg befand sich ab 1940 eine der sechs zentralen „Euthanasie“-Anstalten in denen Menschen mit Gas getötet wurden. Rund 14.000 Patientinnen und Patienten aus Heil-und Pflegeanstalten sowie Häftlinge aus den Konzentrationslagern Buchenwald, Flossenbürg, Groß-Rosen, Neuengamme, Ravensbrück und Sachsenhausen starben allein in Bernburg. Im Spätsommer 1943 wurde die „Euthanasie“-Anstalt Bernburg geschlossen. Die baulichen Überreste der Vernichtungsanlage blieben zum Teil erhalten, darunter die Gaskammer.

 

Mittlerweile ist die Gedenkstätte ein Ort, an dem die Geschichten der Vergangenheit auf die Fragen der Gegenwart  treffen. In Räumen, die früher zur Tötungsanstalt gehört haben, wird heute erinnert, gelernt und geforscht.

Aktuelles

Blick in den Gedenkbereich

Gedenkstätte Bernburg: Vorübergehende Schließung

Aufgrund der aktuell geltenden Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt bleibt die Gedenkstätte bis zum 10. März 2021 für Besucher:innen...

Digitale Alternative zum analogen Gedenkstättenbesuch

Aufgrund der weiterhin andauernden Pandemie und der damit einhergehenden Schließung der Gedenkstätte für den Publikumsverkehr bieten wir auf Anfrage digitale Vorlesungen an.

Eine vorherige Absprache über technische Voraussetzungen, Themenauswahl und zeitlichen Rahmen ist zwingend erforderlich.

Für Anfragen stehen wir gern unter info-bernburg(at)erinnern.org zur Verfügung!

Rückblick: Digitales Gedenken anlässlich des bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Menschen aus den verschiedensten Gründen verfolgt. Unerheblich für die Verfolgung war dabei nicht nur das Geschlecht der Betroffenen, sondern auch ihr Alter. Selbst Kinder und Jugendliche zählten daher zu den Opfern des NS-Regimes. Sie wurden im Zuge der Zwangssterilisation operativen Eingriffen unterzogen oder starben in "Kinderfachabteilungen", "Euthanasie"-Anstalten und Konzentrationslagern.

Die weltweit wohl bekanntesten Aufzeichnungen über die Erfahrungen und Gedanken eines Kindes aus dieser Zeit stammen von Anne Frank. Das damals 13-jährige Mädchen hielt sich mit ihrer Familie und Freunden über zwei Jahre in einem Amsterdamer Hinterhaus vor den Nationalsozialisten versteckt. Ihre Gefühle, Ängste aber auch Hoffnungen notierte sie in ihrem Tagebuch. Im August 1944 wurde das Versteck verraten, die Familie verhaftet und deportiert. Der einzige Überlebende aus der Familie ist Annes Vater, der ihr Tagebuch schließlich der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Der russische Komponist Grigori Frid (1915-2012) schuf aus verschiedenen Abschnitten dieses Tagebuches eine berührende Oper. Das einstündige Stück „Das Tagebuch der Anne Frank“ wurde am 27. Januar 2021 aus dem Carl-Maria-von-Weber-Theater Bernburg via Facebook kostenlos übertragen. Über folgenden Link ist die Aufführung noch bis zum 09. Februar 2021 (19.30Uhr) auf dem Youtube-Kanal der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck abrufbar: https://m.youtube.com/watch?v=rnst_SfF31A

Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, der Salzlandsparkasse, den Stadtwerken Bernburg und Schönebeck, dem Salzlandkreis sowie der Gedenkstätte für Opfer der NS-"Euthanasie" Bernburg.

Darüber hinaus beteiligte sich die Gedenkstätte auch in diesem Jahr an der Aktion „LichterGegenDunkelheit“.

Mit der bundesweiten Gedenkinitiative wollen NS-Gedenk- und Dokumentationsstätten sowie Gedenkinitiativen einen Beitrag zu einem differenzierten Bild auf das Kriegsende vor 76 Jahren und den Umgang mit der Vergangenheit seit 1945 leisten. So laden Gedenkorte und -initiativen zur bewussten Auseinandersetzung mit aktuellen demokratiefeindlichen Tendenzen ein. Grundlage dafür ist fundiertes historisches Wissen sowie das Erkennen und Entlarven von Verschwörungslegenden und Rassismus.

Ein Schritt weiter in Sachen Barrierearmut!

Im September berichtete der MDR über dieses großartige Projekt. Nun sind die Ausstellungskataloge in Leichter Sprache quasi druckfrisch an die Gedenkstätte geliefert worden und auf Anfrage ab sofort kostenlos erhältlich.

Der Katalog entstand in Zusammenarbeit mit dem Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe Mansfelder Land e.V.

Finanziert wurde das Projekt durch den Landesaktionsplan "einfach machen-Unser Weg in eine inklusive Gesellschaft" der Landesregierung Sachsen-Anhalt und dem Förderverein der Gedenkstätte für die Opfer der NS-"Euthanasie" e.V.

  

AUFTAKT zum Heimatstipendium #2

 Am 2. Oktober 2020 fand im Beisein von Rainer Robra, Staatsminister und Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, die offizielle Auftaktveranstaltung für das HEIMATSTIPENDIUM #2 statt. In den Ausstellungsräumen der Kunststiftung Sachsen-Anhalt konnten alle zehn Stipendiat*innen ihre Projekte und die Vertreter*innen der beteiligten Museen und Gedenkstätten ihre Einrichtungen vorstellen - mit dabei auch die Gedenkstätte Bernburg.

Mehr zum Heimatstipendium finden Sie hier.

 

 

Stellungnahme von Gedenkstätten zur Erinnerung an die nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen

13. Juli 2020

 

Warum wir die Diskussionen über die intensivmedizinische Versorgung von Senior*innen sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder Behinderungen (Stichwort: Triage) in der Corona-Pandemie mit Sorge betrachten.

 

Die unterzeichnenden Gedenkstätten zur Erinnerung an die nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen erinnern an Abwertung, Ausgrenzung und Ermordung von Menschen im Nationalsozialismus. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Vermittlung der Geschichte dieser (Medizin-) Verbrechen. Ausgehend von diesem historischen Kontext, setzen wir uns in pädagogischen Programmen und Veranstaltungen aber auch mit aktuellen medizin-ethischen Fragen auseinander. Vor diesem Hintergrund betrachten wir die Diskussionen über die intensivmedizinische Versorgung von Senior*innen sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder Behinderungen (Stichwort: Triage) in der Corona-Pandemie mit Sorge.

 

Wir sehen die Gefahr, dass die genannten Gruppen bei einer Überlastung des Gesundheitssystems von der intensivmedizinischen Versorgung ausgeschlossen werden könnten. Medizinische Fachgesellschaften haben Empfehlungen für die Vergabe von Behandlungsplätzen in einer Situation, in der es mehr Patient*innen als Intensivbetten gibt, veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem, dass Ärzt*innen sich an Kriterien wie z. B. „weit fortgeschrittene neurologische Erkrankung“ oder „Gebrechlichkeit“ orientieren sollen.

 

Noch haben wir in Deutschland keine derartige Notsituation; umso wichtiger ist es, jetzt gesellschaftlich breit und ohne Zeitdruck die ethischen, medizinischen und juristischen Implikationen von Triage-Entscheidungen zu diskutieren. Auch der Deutsche Bundestag sollte sich dieser Diskussion annehmen und abwägen, ob die Empfehlungen der Fachgesellschaften handlungsleitend sein können. Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen müssen an den Beratungen zu diesem Thema beteiligt werden.

 

Es ist wichtig, Regelungen zu verabschieden, die eine diskriminierungsfreie Zuteilung von intensivmedizinischer Versorgung in einer Krisensituation gewähren und so die Rechte und die Würde jedes einzelnen Menschen sicherstellen. Die Festlegung von Regelungen für Triage-Entscheidungen kann nicht ausschließlich der Medizin überlassen werden.

 

Zu den Unterzeichnenden gehören:

- Gedenkstätte Bernburg

- Gedenkstätten Brandenburg an der Havel

- Gedenkstätte Hadamar

- Stiftung Sächsische Gedenkstätten/Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein

- Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim

 

Der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim unterstützt als österreichische Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie die Initiative der deutschen Kolleginnen und Kollegen.

 

 

 

Neues pädagogisches Angebot für Jugendliche

Neben den bisherigen Mappen zu Zwangssterilisation, NS-„Euthanasie“, sowie Biografien von Opfern und Täter*innen der „Euthanasie“-Anstalt Bernburg steht nun für Projekttage auch das Thema „Sonderbehandlung 14f13“ zur Auswahl. Neben allgemeinen Informationen enthält die Mappe Aussagen von Täter*innen und die Kurzbiografie eines Opfers. Jugendliche können sich so selbstständig mit einem eher wenig bekannten Thema befassen und bekommen einen weiteren Eindruck davon, dass nationalsozialistische Verbrechen auch direkt in der Region stattfanden.

Im Zuge der sogenannten Sonderbehandlung 14f13 wurden KZ-Häftlinge in den "Euthanasie"-Anstalten Hartheim bei Alkoven, Pirna - Sonnenstein und Bernburg ermordet. Allein in Bernburg starben rund 4500 Frauen und Männer aus den Konzentrationslagern Buchenwald, Flossenbürg, Groß-Rosen, Neuengamme, Ravensbrück und Sachsenhausen.

Förderung von Gedenkstättenfahrten in Sachsen-Anhalt

Ab dem Jahr 2019 haben sich die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt auf die dauerhafte Förderung von Gedenkstättenfahrten im Land geeinigt. Für Schulklassen werden auch künftig die Fahrtkosten zu 100 Prozent übernommen. Die Förderung muss allerdings mindestens sechs Wochen vor dem Besuch bei der Landeszentrale für politische Bildung beantragt werden.

Alle wichtigen Informationen finden Sie auf der Homepage der Landeszentrale. Der Ansprechpartner der lpb für Schulen ist René Ecks, der telefonisch unter 0391/567 64 55 oder per E-Mail: rene.ecks(at)sachsen-anhalt.de zu erreichen ist.